A very exciting evening for all book lovers at the Finno-Ugric department of Uni Wien

Written by our student Theodora Rouseva

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I became familiar with the title of Ilmar Taska’s novel Pobeda 1946 last April, after the biggest Finnish daily newspaper Helsingin Sanomat listed his work among the most remarkable books of the year. Since then, I have been following the growing elation of his readers on social media. That was why the ad about the book presentation featuring Mr. Taska as a special guest was a very pleasant surprise for me.

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The event took place on 9th November at the Finno-Ugric department of Universität Wien. It was organized by the Estonian Embassy in Austria, the Kommode Verlag publishing house and the Universität Wien. Its aim was to launch the novel’s German translation as well as to introduce Mr. Taska to Viennese audience. Other important guests included the ambassador of Estonia in Austria, Rein Oidekivi, and the editor of Kommode Verlag, Annette Berger. The event was hosted by Triinu Viilukas, a lecturer of Estonian language at Universität Wien.

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Ilmar Taska is a writer, film and theater director, screenwriter and producer. He is also well- known for establishing the first private Estonian TV-channel, “channel 2” in the beginning of the 90s. Taska was born in the city of Kirov, then the USSR (present day Russia). His family was deported from Estonia during Stalin’s repressions. He went to the Moscow Film Institute (VGIK) and then studied at the Swedish Film Institute (Dramatiska Institutet) in Stockholm. He was granted a scholarship and furthered his studies in Hollywood, where he worked as a screenwriter and a producer. He directed the films Set Point (2004) and Thy Kingdom Come (2010), co-wrote and produced the film Back in the USSR (1992) and produced the films Candles in the Dark (1993) and Out of the Cold (1999). He has also directed plays in London (Power of Love, 2010), Los Angeles (Lavender Love, 2011) and Tallinn (One Summer Night in Sweden, 2012).

A book of Ilmar Taska’s short stories and his autobiographical novella Better than Life (Est. Parem kui elu, EPL Kirjastus, Tallinn) was published in Estonia in 2011. In 2016, his novel Pobeda 1946 (russ. победа ‘victory’, English title A Car Called Victory), based on a short story he wrote a few years earlier with the title Pobeda, became a bestseller and was praised by the critics. The German version was published this year by Kommode Verlag.

The evening was very pleasant and inspiring. Ilmar Taska shared some interesting facts about the novel’s main idea and characters, the process of writing and the research he did on historical events. He also shared some childhood memories, talked about his family, and explained how his background had influenced his work both in writing and filmmaking. He paid special attention to every question asked, which was deeply appreciated by the audience.

I found the presentation very stimulating and my curiosity about the novel grew so big, that I began reading the book once I got home. I was immediately immersed in the world seen through the little boy’s eyes. The story consists of skillfully described scenes, where named and anonymous characters are adapting to the new regime in Estonia after World War II. Their most personal thoughts give the reader a possibility to get familiar with their values, feelings and morality before judging them. There are many situations, which raise very strong ethical questions. The story is so thrilling to read, because it reveals how the border between good and evil, friends and family, seems to blend, whereas the new circumstances recreate new borders not only on the map, but also in peoples’ minds.

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Tag der estnischen Sprache in Wien

Estnisch wird an der Wiener Finno-Ugristik seit den 1970er Jahren unterrichtet. Schon bald nach der Gründung des damaligen Instituts für Finno-Ugristik konnte Professor Rédei die damalige Bundeslehrerin für Schwedisch, Frau Mag. Imbi Sooman überreden, neben ihrer Lehrtätigkeit bei der Skandinavistik auch bei uns ihre Muttersprache Estnisch zu unterrichten. Seit der Pensionierung von Frau Sooman (2010) trägt Frau Mag. Triinu Viilukas die Verantwortung für unseren Estnischunterricht. Aus ihrer Initiative und in Kooperation mit der Botschaft von Estland und dem Eesti Instituut wurde bei uns am 20.5.2016 ein Tag der estnischen Sprache in Wien veranstaltet.

Hochkarätige Gäste eröffneten die Veranstaltung:

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S. E. Rein Oidekivi, Botschafter der Republik Estland in Wien, hat selbst einen akademischen Abschluss in estnischer Philologie.

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Im Namen der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät: Frau Vizedekanin Melanie Malzahn

In ihren schönen Grußworten erwähnte Frau Vizedekanin Malzahn, selbst Professorin für Indogermanische Sprachwissenschaft, dass Estnisch für die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft eine besondere Bedeutung hat: In solchen uralten germanischen Lehnwörtern wie kuningas ‘König’ oder rõngas ‘Ring’ hat Estnisch das -as (-az) am Wortende erhalten, das in den heutigen germanischen Sprachen nicht mehr da ist. (Dies trifft allerdings bei allen anderen ostseefinnischen Sprachen auch zu, so wie Finnisch.) Was ich aber leider erst nach der Veranstaltung erfahren habe: Es gibt eine interessante Anknüpfung zwischen dem Forschungsgebiet von Frau VD Malzahn, d.h. der tocharischen Sprache, und Estland. Nämlich: Albert von Le Coq, der reiche Hobbyarchäologe und (Mit)entdecker der ersten tocharischen Texte (1904), war Sohn und Erbe einer französisch-belgisch-preußisch-englischen Bierbräuerdynastie, und seine Brauerei, seit 1912 in Tartu, produziert auch heute hervorragendes Bier unter dem stolzen Firmennamen A. Le Coq.

In meinen Grußworten konnte ich den Gästen auch über unsere Forschungsprojekte mit Estland-Bezug berichten. Am EU-finanzierten Minderheitenforschungsprojekt ELDIA (European Language Diversity for All), wo auch unser Institut beteiligt war (in Wien wurde eine Fallstudie über die Ungarn in Österreich durchgeführt), entstanden Studien über Minderheiten in Estland (die südestnischen Sprachvarietäten Võro und Seto/Setukesisch) sowie estnische Diasporas im Ausland.  Eben kurz vor der Veranstaltung konnten die Berichte der Fallstudie über Estnisch in Deutschland, von Kristiina Praakli (Tartu/Helsinki), endlich veröffentlicht werden. Die Texte (die englische Originalversion sowie deutsch– und estnischsprachige Zusammenfassungen) sind im Internet frei abrufbar und könnten vielleicht auch für die EstInnen in Österreich von Interesse sein.

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Es folgten Vorträge von drei Gästen aus Estland. Allerdings kam Birute Klaas-Lang, Professorin für Estnisch als Fremdsprache an der Universität Tartu, diesmal aus Helsinki, wo sie bis diesem Sommersemester eine Gastprofessur für Estnisch innehat.

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Wo, wie und wem wird Estnisch im Ausland unterrichtet?

Helle Metslang, Professor für Estnisch an der Universität Tartu, dürfte allen bekannt sein, die sich für die estnische Sprache aus typologischer Sicht interessieren. Sie war früher schon einige Male Gastvortragende an unserem Institut.

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Estnisch hat unter den europäischen Sprachen eine ganz interessante Position.

Tõnis Nurk (Institut für die Estnische Sprache, Tallinn) sprach über die estnische Sprache in der Welt der Sprachtechnologien.

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Nach der Kaffeepause folgte ein kleines Musikprogramm. Im Ensemble Wööt singen mit unserer Triinu Viilukas zwei weitere Wiener Estinnen, Ruth Dorn und Liisbet Erepuu. Am Ende durfte das Publikum auch mitsingen, bei einem traditionellen estnischen regilaul (nur diesmal auf Deutsch).

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Die Veranstaltung endete mit einer Podiumsdiskussion über das Studium von Estnisch und anderen „kleinen“ Sprachen an der Uni Wien.  Leider kein Foto, weil ich zu beschäftigt mit dem Diskutieren war – aber schönen Dank an die TeilnehmerInnen! (Neben den estnischen Gästen waren auch von unserer „Schwesterabteilung“ Skandinavistik die Litauischlektorin, Frau Pestal, sowie als Vertreter der Estnischstudierenden unser Absolvent, ehemaliger Mitarbeiter und Doktorand Jeremy Bradley dabei.) Und danke an alle, die gekommen sind und besonders an alle, die bei der Organisation mitgeholfen haben!

Es war ein schöner, stimmungsvoller Tag.  Und sicher nicht die letzte estnische Veranstaltung bei uns. Im Winter 2017-2018 wird der hundertste Jahrestag der Unabhängigkeit der Schwesternationen Finnland (6.12.1917) und Estland (24.2.1918) gefeiert, und es wäre schön, etwas gemeinsam veranstalten zu können. Über weitere Pläne, sobald sie konkretisiert werden, wird auf unserer Abteilungshomepage informiert!